Auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe

Wanderung zu den Stationen des Welterbe-Projekts „Eifeler Mühlsteinrevier“

 

Das Eifeler Mühlsteinrevier: Auf dem Weg zum Welterbe

Wenn am kommenden Samstag, 26.08. 2017 um 11:00 Uhr am Hof Michels in Mendig die Wanderung zu den Stationen des Welterbe-Projektes startet, erfährt der interessierte Wanderer weit mehr als nur den Weg von den Mendiger Basaltbrüchen zum Mayener Grubenfeld.  Bereits seit Anfang 2016 sind die Städte Mayen und Mendig, die Verbandsgemeinde Mendig, die Ortsgemeinden Ettringen und Kottenheim in der Arbeitsgemeinschaft „Welterbe Eifeler Mühlsteinrevier“ darum bemüht, den begehrten Titel eines UNESCO-Welterbes zu erlangen.

Das Antragsgebiet der potentiellen Welterbestätte vereint die regionalen Abbaugebiete der Mendiger Lavakeller, des Mayener Grubenfelds sowie die Ettringer Lay und das Kottenheimer Winfeld.

Um als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt zu werden, muss ein Kulturgut eine außergewöhnliche, internationale kulturhistorische Bedeutung nachweisen können. Im Falle des Eifeler Mühlsteinreviers setzt sich diese aus dem ideellen Wert - der Bedeutung für das Dasein und die Kulturentwicklung des Menschen - und dem materiellen Erbe der Steinbrüche und Bergwerke zusammen, die als zugängiges und erlebbares Denkmal den kulturgeschichtlichen Wandel widerspiegeln. Der in diesen Steinbrüchen gewonnene Mühlstein stellt ein Schlüsselobjekt in der Entwicklung vieler menschlicher Gesellschaften dar. Das Eifeler Mühlsteinrevier zeugt so auf beispielhafte Weise für alle Stätten und Reviere der Erde. Seine besondere historische Bedeutung basiert auf der 7.000 Jahre andauernden Geschichte. Keine andere Gewinnungs- und Produktionsstätte hat durch alle Zeiten hindurch weite Teile der damals bekannten Welt mit den lebenswichtigen Steinen für die Nahrungsproduktion des Menschen bedient. In einzigartiger Weise sind im Eifeler Mühlsteinrevier frühe Steinbrüche und Bergwerke bis heute erhalten. Seit Jahrzehnten werden Maßnahmen zum Schutz und zur Pflege dieser Abbaugebiete unternommen. Mit einer Anerkennung des Reviers als Welterbe sollen diese Bemühungen um seine Erhaltung erfolgreich fortgesetzt werden.

Die fachliche Bearbeitung der mittlerweile weit über tausend Seiten umfassenden Bewerbungsunterlagen wird über die Verbandsgemeinde Mendig gesteuert. Hier ist die zentrale Koordinationsstelle angesiedelt.

Im Herbst 2016 wurde das Projekt durch ein Exposé Vertretern des Landkreises Mayen-Koblenz vorgestellt und unterstützend positiv aufgenommen worden. Im Februar 2017 erfolgte dann eine Vorstellung bei der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz.  Der nächste Schritt auf dem Weg zum Welterbe wird die Präsentation bei den zuständigen Stellen des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur sein.

„Der Arbeitskreis hat bereits einige Exkursionen zu  ‚artverwandten‘ Welterbestätten, nämlich der Völklinger Hütte und dem Bergwerk Rammelsberg in Goslar unternommen und hat durch diese Erfahrung einen Beirat gegründet, der mit Vertretern aus Wissenschaft, Fachbehörden und Vereinen in den kommenden Jahren das ambitionierte und hoffentlich erfolgreiche Welterbe-Vorhaben mit seiner wissenschaftlichen und fachlichen Kompetenz unterstützen und weiter beraten soll“, erläutern die Bürgermeister der beteiligten Kommunen die Bemühungen und die Arbeit für die Anerkennung zum Weltkulturerbe. Bereits heute ist die Stätte ein lebendiger Ort der Wissenschaft, der Bildung und des Erlebens. Man ist zuversichtlich,  denn „es gilt, dies erfolgreich fortzusetzen und für künftige Generationen weiterzuentwickeln. Die Exklusivität und der positive Ruf eines UNESCO-Welterbetitels sollen diesen Bemühungen zu nachhaltigem Erfolg verhelfen“,  betonen die Bürgermeister der beteiligten Kommunen, Mayens Oberbürgermeister Wolfgang Treis, Mendigs Verbandsbürgermeister Jörg Lempertz, Mendigs Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel, Ettringens Ortsbürgermeister Werner Spitzley sowie Kottenheims Bürgermeister Thomas Braunstein, unisono und freuen sich auf eine interessante Wanderung am kommenden Samstag und auf einen gemeinsamen Weg zum Welterbe.