Bürgermeister Lempertz im Gespräch mit Blick-Aktuell


"Wir sind auf einem guten Weg, den wir auch weiterhin konsequent beschreiten werden"

 

Mendig. Der Verbandsgemeinderat hat mit einer breiten Mehrheit den Haushaltsplan 2017 bereits Anfang Dezember 2016 verabschiedet. "Blick aktuell" sprach hierüber mit VG-Bürgermeister Jörg Lempertz.

Blick aktuell: Können Sie noch einmal kurz die Schwerpunkte zusammenfassen?

VG-Bürgermeister Jörg Lempertz: Wir werden in 2017 wichtige Maßnahmen umsetzen und Investitionen tätigen, die die Zukunftsfähigkeit unserer Kommune steigern und sichern. Trotz des umfangreichen Maßnahmenprogramms freuen wir uns, den Finanzhaushalt positiv, das heißt mit leichten Überschüssen, abschließen zu können.


Blick aktuell: Landesweit liest man von überschuldeten Kommunen. Wie sieht es denn mit dem Schuldenstand der Verbandsgemeinde aus?

Jörg Lempertz: Es ist uns gelungen, die Verschuldung merklich abzubauen. Seit 11 Jahren führen wir diese kontinuierlich zurück: So sind die Schulden von 6.613.593,-- Euro auf 4.284.295,-- Euro im aktuellen Haushaltsjahr gesunken. Dies entspricht einem Schuldenabbau von 2.329.298,-- Euro und einer Reduzierung um 35 Prozent. Dies ist ein Beitrag zur Entlastung  der kommenden Generationen, also unserer Kinder und Kindeskinder. Ebenso verschafft es den Kommunen der Verbandsgemeinde, neben der weiteren Senkung der VG-Umlage, für die Zukunft einen weiteren finanziellen Spielraum.

Blick aktuell: Trotzdem wird man weiter investieren in der Verbandsgemeinde Mendig?

Jörg Lempertz: Wir sind in der VG Mendig glücklich darüber, dass durch die stetigen Modernisierungsmaßnahmen der letzten Jahre sich all unsere Immobilien in einem guten Zustand befinden. Es gibt also keinen Investitionsstau, der uns Zeit kosten würde. Außerdem sind wir dadurch in der Lage, aktuelle Maßnahmen direkt umzusetzen. Um die angesprochene Entlastung der Gemeinden weiter zu tragen, beschränken sich die Investitionen auf das absolut Notwendige und Zukunftssichernde!

Blick aktuell: Was sehen denn die Investitionen für 2017 vor?

Jörg Lempertz: Im Bereich der Schulen und Kindergärten haben wir in den letzten Jahren bereits viele Maßnahmen umgesetzt und so ganz klar für unsere Kinder und die Entwicklung in die Zukunft investiert. Das wird auch 2017 wieder so sein. So werden in allen Grundschulen nach und nach die Schulmöbel nach neusten ergonomischen Gesichtspunkten erneuert. Auch in der Unterrichtsführung wird sich vieles verändern. Eine sehr moderne EDV-Ausstattung gepaart mit Whiteboards ergänzen die „guten, traditionellen“ Schultafeln.


Die Grundschule Thür erhält ein mobiles Computerlabor. Für die Grundschule in Rieden planen wir einen Multifunktionsraum. Weiterhin wird der Schulhof der Grundschule in Mendig und Thür umgestaltet und Thür erhält zusätzlich noch ein neues Sportspielfeld, welches die Ortsgemeinde mit Unterstützung der Verbandsgemeinde umsetzen wird. Insgesamt werden für unsere Schulen in 2017  mehr als 700.000,-- Euro aus dem Teilhaushalt aufgewendet. Dadurch wird deutlich, dass wir in der Verbandsgemeinde Mendig großen Wert auf die Entwicklung und Bildung unserer Kinder legen.

Blick aktuell: Dies ist ein Aspekt der Haushaltsplanung für 2017. Die Menschen haben ein immer größer werdendes Bedürfnis nach Sicherheit. Kann die Verbandsgemeinde hier auch etwas dazu beitragen?

Jörg Lempertz: Unser Ordnungsamt ist leistungsfähig aufgebaut und wurde im Vollzugsdienst verstärkt. Der Brandschutz- und die technische Hilfe genießen unsere volle Aufmerksamkeit. Unsere Feuerwehren stehen für gelebtes ehrenamtliches Engagement auf hohem Niveau, und das rund um die Uhr.  Von daher ist es völlig klar, dass wir hier weiter in die Infrastruktur und die Ausrüstung investieren.  Für die Feuerwehren in der VG werden dieses Jahr ca. 500.000,-- Euro, zum Beispiel für technisches Gerät und für die Fahrzeugunterhaltung bereitgehalten. Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang erwähnen, dass wir es in den letzten Jahren geschafft haben, die Feuerwehrhäuser in Mendig, Rieden und Bell neu zu bauen sowie die Gerätehäuser in Volkesfeld und Thür zu modernisieren. Außerdem werden 2017 die Feuerwehren in Rieden sowie Volkesfeld zwei leistungsfähige, moderne, neue Mittlere Löschfahrzeuge (MLF) erhalten. Ebenso werden zwei neue Mehrzweckfahrzeuge (MZF) angeschafft.


Darüber hinaus erwarten wir die Auslieferung eines Katastrophenschutzfahrzeuges LF für die Feuerwehr in Bell. Die Wehr in Mendig dürfte in einigen Monaten einen neuen Rüstwagen erhalten, der die schwierige technische Einsatzhilfe z.B. auf den Autobahnen leistungsfähig unterstützt. Mittelfristig steht darüber hinaus für das Jahr 2020 die Beschaffung eines Einsatzleitwagens an. Für uns ist dabei wichtig, dass diejenigen, die helfen, bestmöglich für die Einsatzherausforderungen geschützt werden. So werden die Kameradinnen und Kameraden eine moderne und leistungsfähige Schutzkleidung erhalten, für die 100.000,-- Euro als Verpflichtungsermächtigung eingeplant sind.

Blick aktuell: Welche Schlüsse zieht die Verbandsgemeinde aus dem Unwetterereignis im Jahr 2016, bei dem u.a. der Kellbach an einer Stelle über die Ufer trat?

Jörg Lempertz: Die Die Unwetterereignisse haben gezeigt, dass wir unsere Vorsorge weiter ausbauen sollten. Dies erfordert Kraftanstrengungen, die seriös konzeptionell ausgeplant werden. Mit dem Haushalt wird daher ein Hochwasserschutzkonzept auf den Weg gebracht, welches sich insbesondere auf den Kellbach konzentrieren wird.

"Blick aktuell": Ein weiterer Eckpfeiler ist doch sicher auch der Flugplatz Mendig. Wie sieht es dort aus?

Jörg Lempertz: Die Konversion des Heeresfliegerstandortes Mendig entwickelt sich weiter sehr gut. Das Areal gewinnt im stetigen Tempo neue Pächter, Mieter und Nutzer. Diese schenken uns Arbeitsplätze, Steuer- und Wirtschaftskraft. Unser gesamter Wirtschaftraum profitiert zwischenzeitlich vom Flugplatz und der Konversion. Das zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind, den wir auch weiterhin konsequent beschreiten werden.

"Blick aktuell": Vielen Dank für das Gespräch! FRE