Ortsbegehung schafft Grundlage für Hochwasserschutzkonzept

Ingenieurbüro definiert und dokumentiert Gefahrenpunkte entlang des Bachlaufs
Anlieger des Kellbachs berichten über Ihre Erfahrungen anlässlich der Hochwasserereignisse
Hochwasserschutzkonzept dient der Hochwasservorsorge

 

Mendig. Bereits wenige Tage nach Übergabe des offiziellen Förderbescheids zur Aufstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes für Mendig durch Staatssekretär Dr. Thomas Giese vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten begutachteten die Ingenieure des beauftragten Planungsbüros auf Initiative der Verbandsgemeinde Mendig vor Ort den Verlauf des Kellbachs. In der mehrstündigen Ortsbegehung begleiteten sie der Verbandsgemeindebürgermeister Jörg Lempertz, der erste Beigeordnete der Stadt Thomas Schneider sowie die zuständigen Mitarbeiter der Bauverwaltung. Direkt vom Hochwasser betroffene Anlieger wurden kurz zuvor informiert und zur Teilnahme eingeladen. In gemeinsamen Gesprächen mit den politischen Vertretern und den Ingenieuren berichteten sie an den jeweiligen kritischen Bachabschnitten von ihren Erfahrungen, Schäden und Einschränkungen in Folge vergangener Starkregenereignisse. Ihre Aussagen werden zusammen mit den während der Ortsbegehung erfassten Erkenntnisse in eine Bestandsaufnahme einfließen. Der Ortstermin führte die Teilnehmer entlang des Kellbachs von Niedermendig - über Dammstraße, Mühlenstraße, Hospitalstraße/Ecke Thürer Straße und Schäferspforte/Kirchberg - bis nach Obermendig (In den Mühlwiesen, Lacher Straße, Im Hostert, Zur Kirche, Hochsteinstraße, Enteneich).

Eine Vielzahl unterschiedlicher Aspekte zur Identifizierung potentieller Schwachstellen, möglicher Stau- und Rückstauursachen des Gewässers und von Gefahrenquellen wurden während des Vor-Ort-Termins untersucht und erörtert. Dazu zählten z.B. die Begutachtung bestehender Einlaufbauwerke/ Rechenanlagen, möglicher Barrieren, der Zustand der Uferbefestigungen, geeignete Überflutungs-flächen, Fließgeschwindigkeit, Biegung und Verjüngung des Bachverlaufs sowie Tiefe und Volumen des Bachbetts. Die Dokumentation ist eine erste vollständige Aufnahme der Ist-Situation, die kritische Geländepunkte aufdeckt. Die Analyse und Bewertung dieser Schwachstellen wird den Ingenieuren die notwendige Grundlage geben lösungsorientierte Maßnahmen zur Vorsorge und Gefahrenabwehr aufzeigen zu können. Dabei kommt der ganzheitlichen Betrachtung der Geländemodellierung Hochwassersituation eine besondere Bedeutung zu.

Dr. Ing. Thomas Siekmann erläuterte: "Hochwasser an Bächen in Folge von Starkregenereignissen treten häufig lokal, unvorhersehbar und ohne Vorlaufzeit für kurzfristige Gegenmaßnahmen auf.
Ein ganzheitliches Konzept mit einem Maßnahmenkatalog ermöglicht eine umfassende Hochwasservorsorge, die zu einer Entschärfung der Hochwassersituation beitragen kann."
Die Ingenieurgesellschaft Dr. Siekmann & Partner ist im Bereich der (Siedlungs-)Wasserwirtschaft und Gewässer u.a. auf Hochwasserrisikomanagement spezialisiert und konnte im Rahmen des zugelassenen vorzeitigen Maßnahmenbeginns bereits kurzfristig mit der Konzepterstellung beauftragt werden.

Jörg Lempertz informierte die Anrainer des Kellbachs in den gemeinsamen Gesprächen über die weiteren angedachten Schritte: "Wir können zukünftige Hochwasser nicht verhindern, aber wenn wir die Herausforderung als Gemeinschaftsaufgabe annehmen, gelingt es uns mit fachkundiger Unterstützung deren Ausmaß für alle Betroffenen größtmöglich einzudämmen, die Folgen zu mildern und Lösungsoptionen aufzuzeigen. Alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck an der Entwicklung des Hochwasservorsorgekonzepts unter Berücksichtigung einer naturnahen Gestaltung und der bestmöglichen Lebensqualität aller Anwohner. Wir laden alle Betroffenen zur Mitarbeit ein."
Im Anschluss an die Analyse und Bewertung der vollständigen Bestandsaufnahme erfolge die Prüfung rechtlicher Rahmenbedingungen sowie möglicher Förderungen und die Ableitung von Handlungs-optionen. Es sei geplant, die Zwischenergebnisse in Bürgerversammlungen in Ober- und Niedermendig vorzustellen, um diese im Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern um weitere Anregungen und Anliegen zu erweitern. Der Maßnahmenkatalog könnte zufolge der Ingenieure sowohl aus einer Kombination von Sofortmaßnahmen und Vorschlägen für den Objektschutz als auch aus kleineren lokalen Eingriffen am Kellbach im Bereich Nieder- und Obermendig und einer größeren Maßnahme am Oberlauf des Kellbachs in Obermendig bestehen. Nach derzeitigen Planungen werden erste Konzeptergebnisse im Spätherbst / Winter erwartet.

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Ortsbegehung Hochwasserschutzkonzept_Web1.jpg
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Bildunterschriften: Anwohner des Kellbachs berichten über Ihre Erfahrungen zur Hochwassersitutation in Folge vergangener Starkregenereignisse. Ingenieure, politische Vertreter und Mitarbeiter der Bauverwaltung begutachten gemeinsam mögliche Gefahrenpunkte entlang des Bachlaufs.

 
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