Die Geschichte

Heeresflugplatz Mendig

Gunther-Plüschow-Kasserne

 Sikorsky CH - 53 G

Sikorsky CH - 53 G


Die Geschichte des „Mendiger Flugplatzes“ reicht bis in das Jahr 1914 zurück, als auf dem sogenannten „Bocksfeld“ südlich von Mendig vorübergehend Feldflieger des kaiserlichen Heeres stationiert waren. In der Zeit des NS-Regimes plante man 1938 im Rahmen der Wiederaufrüstung der Wehrmacht, auf dem Gelände einen Flugplatz anzulegen. Mit den Bauarbeiten wurde im September 1939 unmittelbar nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges begonnen und während des ganzen Krieges war der Platz mit verschiedenen Einheiten der Luftwaffe belegt.

Am 09.03.1945 wurde der Flugplatz zunächst von US-Truppen besetzt, bis am 13.07.1945 französische Soldaten das Gelände übernahmen. Einheiten der „Armee l´Air“ waren aber nur kurze Zeit auf dem Stützpunkt stationiert. Er wurde überwiegend von einer Transporteinheit des Heeres genutzt, für die in den Jahren 1946 bis 1948 die Gebäude um das sogenannte „Alte Fort“ errichtet wurden.

Am 07.01.1957 übergab die französische Armee das Flugplatzgelände an die neu gegründete Heersfliegertruppe der Bundeswehr, so dass der Flugplatz heute als die Wiege der deutschen Heeresflieger gilt. Am 18.04.1957 leisteten die ersten Soldaten im Innenhof des "Alten Forts" den Fahneneid.

Wappen HFlgBrig3

1960 erhielt die Kaserne den Namen des Marinefliegers Gunther Plüschow, der im 1. Weltkrieg und in der Nachkriegszeit als „Flieger von Tsingtau“  Bekanntheit erlangte.

1963 entschied man sich zum Bau neuer Gebäude, weil eine Renovierung der alten Anlagen als zu unwirtschaftlich angesehen wurde. Im Oktober 1968 konnten die neuen und großzügigen Unterkünfte und Flugzeughallen bezogen werden, die bis zum Abzug der Bundeswehr im Gebrauch waren und die heute noch vorhanden sind.  

Zu den bekanntesten Fluggeräten, die vom Mendiger Flugplatz aus eingesetzt wurden, gehörten bis 1971 der im Volksmund „Banane“ genannte Hubschrauber Vertol V 43/44 der über zwei Rotoren verfügte, und seit 1973 der mittlere Transporthubschrauber Sikorsky CH 53 G, der wegen seiner geringen Fluggeräusche auch als „flüsternder Riese“ bezeichnet wird.

Der zahlenmäßig stärkste Bundeswehrverband, der auf dem Mendiger Flugplatz stationiert war, war das 01.04.1971 gebildete mittlere Heeresfliegerregiment 35. Als es am 25.06.2003 außer Dienst gestellt wurde, konnten die Mitglieder des Regiments auf eine Vielzahl von Hilfs- und Transporteinsätzen zurück blicken. Hierzu gehörten Einsätze zur Bekämpfung der Waldbrandkatastrophe in Niedersachsen 1975, Hilfsflüge während der Oderflut 1997, während der Lawinenflut in Galltür (Österreich) 2000 oder während des Elbehochwassers 2002. Unvergessen sind auch die Einsätze im Irak, in denen Soldaten des Regiments unter schwierigsten Bedingungen für den Transport von UN-Waffeninspektoren verantwortlich waren und sich hierbei bestens bewährten.

Die Reduzierung der  Bundeswehr, die nach dem Ende des kalten Krieges möglich und erforderlich wurde, ging auch am Bundeswehrstandort Mendig nicht spurlos vorüber. Die Truppenstärke wurde mehrfach reduziert, Einheiten verlegt oder aufgelöst. Am 30.06.2008 ging mit einem feierlichen Flaggenappell, bei dem die Bundesdienstflagge ein letztes Mal niedergeholt wurde,  die Geschichte des Standortes zu Ende. In den 51 Jahren, in denen er existierte, leisteten hier zeitweise bis zu 1.300 Soldaten aus allen Teilen der Bundesrepublik ihren Dienst. Daneben gab es rund 200 zivile Arbeitskräfte. Viele Soldaten verließen den Ort nach dem Ende ihrer Dienstzeit wieder, andere verlegten ihren Lebensmittelpunkt ganz nach Mendig oder in die umliegenden Ortschaften. Sie gründeten hier Familien und arbeiteten in vielfältiger Weise in den örtlichen Vereinen, Parteien und Verbänden mit. Ihr Engagement hat das Bild der heutigen Verbandsgemeinde Mendig nachhaltig beeinflusst und geprägt. Dem Gedenken an die Soldaten und zivilen Mitarbeiter des ehemaligen Bundeswehrstandortes Mendig ist dieses Ehrenmal gewidmet.

 Übergabe Ehrenplatz der Heeresflieger

Im Rahmen einer kleinen Feier-stunde wurde der Ehrenplatz  der Heeresflieger am 10. Mai 2011 übergeben.


 

 

 

Mehr Informationen zu den Heeresfliegern finden Sie unter Mendiger Heeresflieger.

 
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