„In dem betroffenen Gewässer lebten deutlich zu viele, teilweise sehr große Karpfen auf engem Raum. Mit weiter sinkenden Wasserständen aufgrund der zunehmenden Temperaturen hätte sich die Lage weiter verschärft“, skizziert Tanja Stromberg, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Stiftung, die Situation. Nach Schätzungen befanden sich in dem Abschnitt rund 100 bis 150 größere Tiere mit Längen von bis zu einem Meter sowie mehrere hundert einsömmrige Karpfen - insgesamt bis zu rund 400 Kilogramm.
Die Tiere wurden mit Unterstützung regionaler Angelvereine und unter Einsatz eines Elektrofanggeräts schonend abgefischt. Bei dieser Methode wird kurzzeitig Gleichstrom ins Wasser geleitet, wodurch die Fische zur Anode schwimmen und zügig eingesammelt werden können. Anschließend wurden sie unter Berücksichtigung des Tierwohls in geeignete Gewässer umgesetzt. Mehrere Angelvereine aus der Region hatten die Aufnahme der Tiere im Vorfeld zugesagt und die Aktion tatkräftig unterstützt.
Aussetzen von Tieren gefährdet empfindliches Ökosystem
Bei den Karpfen im Thürer Bach handelt es sich um eine nicht gewässertypische Fischart. Die Fische stellen in der vorgefundenen Dichte eine Gefahr für das empfindliche Ökosystem dar. Es wird davon ausgegangen, dass der Bestand auf eine frühere Aussetzung zurückzuführen ist. „Eine natürliche Regulierung dieses Bestands ist in dem kleinen Gewässer nicht möglich. Gleichzeitig wäre ein qualvolles Verenden der Tiere durch Sauerstoffmangel nicht vertretbar gewesen“, so Jörg Hilgers, Biotopbetreuer des Kreises Mayen-Koblenz.
Der Erste Kreisbeigeordnete Pascal Badziong lobte das schnelle Intervenieren: „Die Rettungsaktion schützt Tierwohl und Ökosystem gleichermaßen und war als Präventivmaßnahme dringend erforderlich. Ich bin froh, dass diese Aktion so schnell organisiert und umgesetzt werden konnte und danke allen Akteuren für ihr beherztes Eingreifen!“
