Nicht ob, sondern wann schlagen Cyber-Kriminelle zu?

Die Werbegemeinschaft VG Mendig nahm deshalb jetzt gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Mendig und der Stadt Mendig das Thema Cybersicherheit in den Fokus, denn ein unbedachter Klick auf einen Link, eine E-Mail, die täuschend echt wirkt – und schon sind sensible Daten, Firmengeheimnisse oder das Ersparte in falschen Händen.

Immanuel Bär ist ein sogenannter „Ethik-Hacker“, ein Experte für Computersicherheit, der mit legalen Methoden und der Erlaubnis von Systembesitzern in Netzwerke eindringt, um Sicherheitslücken zu finden. Bär ist unter anderem als Mitglied der Bundesfachkommission Digitalisierung, ein Experte in punkto Cybersicherheit schlechthin. Dabei zeigt er auf, wie schnell Daten in kriminelle Kanäle abgezweigt werden. Vornehmliches Ziel der Hacker ist es, mit Hilfe der abgegriffenen Daten ihre Opfer finanziell zu erleichtern. Und das gilt nicht nur für Firmen, sondern auch für Privatpersonen. Dabei ist der fahrlässige Umgang mit Daten oder aber das Klicken auf einen vermeintlich sicheren Link das „Herzlich Willkommen“ für Cyber-Kriminelle.   

„Wir waren sicher, dass es ein Thema ist, das alle Generationen interessiert“, so Dr. Irina Schlags, 1. Vorsitzende der Werbegemeinschaft VG Mendig. Eine sehr gut besetzte Laacher See-Halle sollte ihr Recht geben.

Zum Einstieg „hackt“ Immanuel Bär eine Webcam in Russland, die in einem Friseursalon installiert ist, um zu zeigen, wie leicht es ist, in fremde Räume einzudringen.  Zudem zeigt er das Bedrohungspotenzial von Drohnen, Datensätze gehackter Firmen und Behörden, die im sogenannten Darknet relativ einfach abgerufen werden können. Cyberkriminalität wäre nach den USA und Deutschland die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, erklärt Bär anschaulich die Dimension.

Fake-Mails, -SMS oder -WhatsApp sind, so der Cyber-Experte, oft nicht zielgerichtet, sondern basieren auf dem Zufallsprinzip. Wenn beispielsweise von 100.000 zufällig generierten Telefonnummern auch nur wenige auf die versendete Nachricht reagieren, lohne es sich für die Cyber-Kriminellen.

Ein hundertprozentiges Gegenmittel gebe es zwar nicht, aber man müsse es den Hackern ja nicht zu einfach machen. „Denk nach, bevor du klickst, und wenn man trotzdem in die Falle tappt, heißt es zunächst Ruhe bewahren, Kolleginnen und Kollegen befragen und recherchieren“, erläutert Bär. Für Letzteres könne man ruhig die KI befragen. Eine KI-Top Ten der Schutzmöglichkeiten gehört für den Sicherheitsexperten ebenfalls zu den relativ einfachen Mitteln gegen Hacker-Angriffe. Ähnlich sei es mit der sogenannten Zwei-Faktor-Authentifizierung.

„Ich bin der Werbegemeinschaft VG Mendig dankbar, dass sie mit dieser Veranstaltung diese Gefährdungslage thematisiert hat. Die Verbandsgemeinde Mendig und die Stadt Mendig waren deshalb heute Abend gerne Partner für ein Thema, das uns alle betrifft: Cybersicherheit“, so Jörg Lempertz, Bürgermeister VG Mendig, und Olaf Waldecker, Beigeordneter der Stadt Mendig, unisono.