Kamtschatka und das Tal der Geysire

Informationen des Referenten: Die Halbinsel Kamtschatka liegt im Bereich des Nordwest-Pazifik und ist ein Traumziel für Vulkan-Interessenten und -Forscher. Für Touristen ist es Natur-pur: Neben vielen aktiven Vulkanen ist die Halbinsel bekannt als Lachs- und Bärenland. Nicht so bekannt sind die mitunter hohen Schneeberge im Winter in Verbindung mit Orkanen, Ausläufer von tropischen Wirbelstürmen. Auch auf Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche muss man vorbereitet sein.

Der Vortrag gliedert sich in zwei Teile, einen touristischen und einen forschungsbezogenen. Im touristischen Teil geht es um eine Reise, die Dr. Kämpf 2017 als Lektor auf einem Kreuzfahrtschiff von Japan nach Alaska begleiten durfte. Der zweite Teil beschäftigt sich mit Forschungsarbeiten im Tal der Geysire in den Jahren 2018 und 2019.

Das Tal der Geysire erreicht man entweder zu Fuß oder mit dem Helikopter. Schon der Hubschrauberflug, vorbei an aktiven Vulkanen, ist ein Riesenerlebnis. Im Untersuchungsgebiet angekommen, fällt sofort auf, dass jeder Ranger ein Gewehr trägt. Wir sind im Bärenland und Kamtschatka-Bären sind, wenn sie sich aufrichten, 2,5 Meter groß. Das Tal ist voller Geysire. Yellowstone ist der große Bruder. Nur der geologische Hintergrund ist ein völlig anderer. Während Yellowstone über einem Hotspot (Plume) liegt, befindet sich das Tal der Geysire über einer Subduktionszone (ist laut Wikipedia ein Bereich der Erde, an dem eine tektonische Platte unter eine andere geschoben wird und in den Erdmantel abtaucht). Was macht man als Forscher in einem solchen Gebiet? "Ich habe hauptsächlich Wasser-, Gas- und Sedimentproben genommen, um verstehen zu lernen, woher das Wasser und das Gas kommen und welche Mikroben im Wasser leben."

Es ist keine Anmeldung erforderlich. Der Eintritt ist für DVG-Mitglieder frei. Gäste sind gegen eine kleine Spende willkommen.