Die klimaneutrale Wärmeversorgung stellt eine große Herausforderung im Rahmen der Klimaschutzziele dar. Die geopolitischen Unsicherheiten, die steigenden Energiepreise sowie die fragliche Verfügbarkeit fossiler Energieträger sind weitere Argumente für eine Neuausrichtung der Wärmeversorgung.
Am 9. Juli fand das erste Steuerungstreffen zum Auftakt der Kommunalen Wärmeplanung in der Verbandsgemeinde Mendig statt. Die Verbandsgemeinde hat das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) vom Umwelt-Campus Birkenfeld mit der Planerstellung beauftragt. Bis Herbst 2027 werden die Verbandsgemeinde und das IfaS ein Szenario für die künftige Wärmeversorgung in der Verbandsgemeinde erstellen. Dabei werden betroffene und interessierte Akteursgruppen konsultiert, um eine individuelle Lösung auf lokaler Ebene zu entwickeln. Der Plan wird beispielsweise die Frage beantworten, ob und wenn ja, wo, die Versorgung mit Wärmenetzen eine sinnvolle Option darstellt. Außerdem werden die Energieträger ermittelt, welche vor Ort für die Wärmeversorgung zur Verfügung stehen. Die kommunale Wärmeplanung (KWP) ist ein Instrument der strategischen Planung und Grundlage für die Wärmeversorgung in der Zukunft auf Basis regionaler erneuerbarer Energien. Sie ist eine informelle Planung und entfaltet als solche keine bindende Wirkung. Die KWP stellt vielmehr eine kommunale Rahmensetzung für eine verlässliche und transparente Wärmewende dar. Die Wärmeplanung bietet damit Orientierung hinsichtlich möglicher Heizenergieträger und Versorgungssysteme wie beispielsweise Wärmenetze, Wärmepumpen oder Biomasse-Heizungen.
Das IfaS ist ein etabliertes In-Institut der Hochschule Trier mit Sitz am Umwelt-Campus Birkenfeld (Null-Emissions-Campus) und beschäftigt sich mit der Analyse von Stoff- und Energieströmen auf regionaler und betrieblicher Ebene, um Optimierungspotenziale zu erkennen und eine Umsetzung zu initiieren. Das IfaS betreut nationale und internationale Projekte in enger Zusammenarbeit mit Kommunen, kommunalen Gebietskörperschaften, Behörden, Ministerien, Unternehmen sowie anderen wissenschaftlichen Einrichtungen.
Jörg Lempertz, Bürgermeister VG Mendig, zeigte sich zum Start der Planungen gespannt: „Die Analyse wird zeigen, welche realistischen und umsetzungsfähigen Chancen bestehen, um unsere Kommunen für die Bevölkerung und die Wirtschaft noch leistungsstärker aufzustellen.“
Weiterführende Informationen zur kommunalen Wärmeplanung beim Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende:https://www.kww-halle.de/wissen/themen-der-kommunalen-waermeplanung
